„Faul, krank, lifestyle-orientiert? Dieses Bild von unseren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern hat mit der Realität nichts zu tun – mit der Realität von Millionen fleißigen, hart arbeitenden Beschäftigten in diesem Land, die nebenbei oft noch Ehrenamt, Familie und Pflege stemmen.“ Mit diesen Worten hat Lana Horstmann, arbeitsmarkt- und sozialpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, die Aktuelle Debatte der SPD-Fraktion zum Vorstoß des CDU-Wirtschaftsflügels gegen Teilzeit im heutigen Plenum eröffnet.

 

In der zweiten Runde der Debatte sprach außerdem die SPD-Fraktionsvorsitzende Sabine Bätzing-Lichtenthäler: „Teilzeit als ‚, Lifestyle“ zu diffamieren, also pauschal als ungerechtfertigt und als negativ zu labeln – das ist respektlos. Und das ist vor allem auch gegen Frauen gerichtet: Denn Frauen sind mehr als viermal so häufig in Teilzeit tätig wie Männer. Und zudem ist dieser Vorschlag kein Zufall, er passt sehr stringent in die Zeit des CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz.“

 

Für den Antrag der Mittelstands- und Wirtschaftsunion der CDU hagele es Kritik von allen Seiten, aus den Gewerkschaften, aus Teilen der Wirtschaft und aus der eigenen Partei, so Horstmann. „Solche Worte sind Gift für die Motivation und Wertschätzung von Arbeitnehmenden und damit auch Gift für einen wirtschaftlichen Aufschwung. Wir müssen unseren Sozialstaat modernisieren, damit er seine Aufgaben auch in Zukunft verlässlich erfüllen kann. Aber eben auf Augenhöhe und nah an der Lebensrealität der Menschen. Zwischen’, guten‘ und ‚, schlechten“ Teilzeitbeschäftigten zu unterscheiden und Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ständig zu attackieren, das bringt uns keinen Millimeter weiter“, führte Horstmann aus.

„Wir in Rheinland-Pfalz machen es anders: Wir investieren in kostenfreie und verlässliche Bildung und Kinderbetreuung. Wir unterstützen unsere Unternehmen und stärken die Weiterqualifizierungsmöglichkeiten von Erwerbstätigen. Wir sorgen für gute und tarifgebundene Arbeit – nicht umsonst haben wir deutschlandweit eine der höchsten Tarifbindungsquoten und eine der niedrigsten Arbeitslosenzahlen. Und wir sichern die wohnortnahe Pflege- und Pflegepräventionsstruktur in unserem Land. Wir nehmen die Lebenswirklichkeiten der Menschen ernst. Das ist der rheinland-pfälzische Weg und diesen werden wir als SPD-Landtagsfraktion mit unserer Arbeit im Landtag auch in Zukunft entschlossen gehen“, so Horstmann abschließend.